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"Hortobágy-halastó" - Fischteiche

Zugänglich sind: der ausgeschilderte Lehrpfad und die Vogelbeobachtungssitze

Zu erreichen: auf dem von der Hauptverkehrsstraße 33 zwischen dem Kilometerstein 66 und 65 abzweigenden Zufahrtsweg, bzw. mit dem Zug auf der Eisenbahnlinie zwischen Debrecen und Füzesabony.

Mit der Eintrittskarte bekommt man zusätzlich eine detailreiche Broschüre (mit Kartenausschnitten) mit vielen allgemeinen und auch spezielleren Informationen zu Vogelbeobachtungsplätzen und der Zonenregelung.

Schon and im vergangenen Jahrhundert wurden Pläne zur Nutzung der Salzsteppen der Hortobágy entworfen. Im Ergebnis dessen begann man 1915 die Fischteiche anzulegen und eine Schmalspurbahn auf der Salzbodenpuszta von Csúnyaföld zu bauen. Dieses Gebiet umfasst heute etwa 2073 ha. Zusammen mit den später angelegten Fischteichen gibt es heute auf der Hortobágy ein Fischteichsystem von insgesamt 6000 ha, das somit eines der größten künstlich angelegten Fischteichsysteme der Welt darstellt. Von den seinerzeit 17 Becken des sog. Alten Fischteiches (Öreg-halastó) auf der Hortobágy sind heute nurmehr 10 in Betrieb, da die anderen verschilft und versumpft bzw. durch Deichbrüche miteinander verbunden sind. In den meisten Fischteichen werden Karpfen gezüchtet. Durch die Verbindung mit dem Westkanal kommen aber auch viele hier heimische, wirtschaftlich gesehen jedoch weniger bedeutsame Fischarten vor. Darüber hinaus erlangte dieses Gebiet als einer der wichtigsten Lebensräume für zahlreiche Wasservögel nicht nur innnerhalb von Ungarn, sondern von ganz Europa hohe Bedeutung und internationale Anerkennung als sog. Ramsar-Gebiet.

Typisch für seine Pflanzenwelt ist die sich immer stärker ausbreitende Sumpfvegetation, vor allem die weiten Schilf- und Rohrbestände, sowie auch die immer mehr an Raum gewinnende Schwimmblatt- und Unterwasserseegrasvegetation. Einen gesonderten Platz nehmen hier die Pflanzengesellschaften von Weiße Seerosen und Seekannen ein, da sie nicht nur als geschützte Arten von großer Seltenheit sind, sondern auch Nistplätze für 150-200 Paare der Weißbartseeschwalbe bieten. Die auf den Deichen wachsenden Weiden stellen einen wichtigen Teil des "ökologischen Korridors" für die hier durchziehenden Waldsingvögel dar.

Seitdem die Jagd auf Wasservögel hier total untersagt worden ist, kommt auch der Zwergscharbe wieder vor und brütet in immer größerer Zahl. Für diese Art gab es über mehrere Jahrzehnte hinweg keine sicheren Brutangaben in Ungarn. Gegenwärtig ist Halastó der ein von bekannten Brutplätze dieser Vogelart, doch auf Grund ihrer Vorkommensangaben darf auf ihre Verbreitung im ganzen Land gehofft werden. Ebenso gehört seit dem Jagdverbot auch der Braune Sichler wieder zu den in ganz Ungarn allein hier regelmäßig brütenden Arten. Mit mehr als 200 Löfflerpaaren stellt Halastó nicht allein für Ungarn, sondern für Mitteleuropa die größte Löfflerkolonie dar. Darüber hinaus sind hier mehrere größere Kormoran-, Fischreiher-, Purpurreiher-, Silberreiher-, Rallenreiher-, Seidenreiher- und Nachtreiherkolonien anzutreffen. Die hier genannten Reiherarten und die Zwergscharbe bilden ihre Mischkolonien sowohl im Schilf als auch auf Weiden.

Eines der spektakulärsten Momente der Vogelwelt von Halastó ist der Zug der Wildgänse. Vor allem im Frühjahr bietet sich ein herrlicher Anblick, wenn sich die einige Zehntausend Vögel ausmachenden Schwärme von den mehr als 200 Tausend Wildgänsen auf der Hortobágy im Gebiet der Fischteiche zur Rast oder auf den nahegelegenen Feldern zur Futtersuche niederlassen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Blessgänse, aber auch um Saatgänse und Graugänse. Halastó ist einer der wichtigsten Migrationsplätze für den europäischen Bestand der weltweit gefährdetet Zwerggans. Ihre Anzahl beläuft sich in manchen Jahren sogar auf mehrere hundert. Als Rarität. jedoch in den Gänseschwärmen immer häufiger vorkommend, ist die Rothalsgans anzusehen.

Besonders prachtvoll ist der Zug von 6-7 Arten der Schwimmenten, die sich zu mehreren Zehntausend im Herbst auf dem flachen Restwasser der trockengelegten Fischteiche niederlassen, wo sie sich in Ruhe mausern können.

Den Höhepunkt im Leben der Vogelwelt auf der Hortobágy stellt jedoch der Zug der Kraniche dar. Die in der ersten Septemberhälfte von Nordeuropa kommenden Vögel verweilen hier bis zu den ersten starken Frosteinbrüchen, um sich dann auf ihre weite Reise über Sizilien und den Bosporus zu ihren Überwinterungsplätzen in Tunesien und dem Sudan zu begeben. Etwa 95% der Ungarn überquerenden Kraniche hält Rast auf der Hortobágy, und der Großteil der Vögel hält sich zur Nachtruhe in den weniger gestörten Becken von Halastó auf. Innerhalb von anderthalb Jahrzehnten hat sich die Anzahl der die Hortobágy überfliegenden Kraniche von 3000 auf 72.000 erhöht. Als Grund dafür wird in erster Linie eine Veränderung der Migrationsrichtung vermutet. Der größte bislang beobachtete Kranichschwarm bei Halastó zählte etwa 55.000 Exemplare.

Auch durch den Limikolenzug im Frühjahr und im Herbst werden große Vogelschwärme in Bewegung gesetzt. Einen besonders imposanten Anblick bieten dabei der Kampfläufer, die Uferschnepfe und der große Brachvogel. Der Limikolenzug gilt in Ornithologenkreisen als besondere Delikatesse, da zu dieser Zeit auf den trockengelegten Fischteichen auch die landesweit als Rarität verzeichneten Strandläufer- und Wasserläuferarten vorkommen.

Halastó ist ein wichtiger Brut- und Migrationsplatz auch für zahlreiche Singvogelarten. So brüten hier außer dem Seggenrohrsänger auch alle anderen heimischen Grasmücken sowie der Tamariskensänger. In den Rohrkolbenbeständen nisten die Bartmeise, die Wasseralbe und das kleine Sumpfhuhn in großer Zahl.

Der wohl wichtigste Vertreter der Vogelwelt von Halastó ist der Seeadler. Er kommt auf dem Gebiet von Hortobágy Winter für Winter mit bis zu 60-70 Exemplaren vor, von denen zuweilen 15-20 an einem Tag bei Halastó beobachtet werden konnten.

Der Otter ist das wertvollste Säugetier von Halastó. An ungestörten Stellen der Fischteiche kommt er heute in recht ansehnlicher Anzahl vor.