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"Egyek-pusztakócs" - Sumpfgebiete

Kulturhistorisches Denkmal: Pusztaschenke "Meggyes"

Zugänglich sind: der Holzsteg dessen Ende ein Vogelbeobachtungssitz

Zu erreichen: auf der Hauptverkehrsstraße 33 zwischen dem Kilometerstein 44 und 45, beim Abzweig nach Egyek, bzw. weiterfahrend auf der 33-er zwischen dem Kilometerstein 52 und 53, bei der Pusztaschenke Kaparó.

Mit der Eintrittskarte bekommt man zusätzlich eine detailreiche Broschüre (mit Kartenausschnitten) mit vielen allgemeinen und auch spezielleren Informationen zu Vogelbeobachtungsplätzen und der Zonenregelung.

Das Sumpfgebiet von Egyek-Pusztakócs dehnt sich in der Gemarkung der Gemeinden Ohat - Egyek - Tiszafüred auf etwa 10.000 ha aus. Die sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden, immer wieder überschwemmten alten Sümpfe nahmen die mächtigen Wassermassen der Theiß bei Überschwemmungen als eine Art natürliches Sammelbecken auf, um diese nach Ende der Überschwemmungen über die südlichen Sumpfgebiete von Hortobágy, den Fluss Zádor sowie das Wassersystem des Körös und des Berettyó wieder in die Theiß zurückzuleiten. Die Oberflächengestalt dieser Region erweist sich als weitaus abwechslungsreicher als die der sich östlich dieses Sumpfgebietes erstreckenden Hortobágy. Überall hat das Flusswasser ganze Arbeit geleistet und seine Spuren hinterlassen. So lässt sich beispielsweise das Flussbett der Theiß oder eines ihrer einstigen Nebenarme in dem sich längs erstreckenden Becken des Sumpfes Kis-Jusztus leicht erkennen. Von Osten her ist es auf mehreren Metern

Höhenunterschied von einem Sandrücken, den Sandbankgürtel des einstigen Flusslaufes umgeben.

Infolge der Mitte des vergangenen Jahrhunderts begonnenen Flussregulierungsarbeiten wurden die natürlichen Wasserzuflüsse abgetrennt. Mit dem Ausbleiben der jährlichen Überschwemmungen wurde die reiche Lebewelt der Sümpfe immer stärker eingeschränkt. Zu allem Überfluss setzte dann in den vergangenen Jahrzehnten noch eine großangelegte landwirtschaftliche Nutzung dieses Gebietes ein, was u.a. auch die Zerstückelung der natürlichen Wassersammelflächen zur Folge hatte. Durch das Ableiten des Wassers geriet die auf dem Gebiet noch vorhandene Lebewelt schließlich vollkommen in Not.

Somit stellte sich die Rehabilitation des Sumpfgebietes von Egyek-Pusztakócs (namentlich Fekete-rét, Kis-Jusztus, Meggyes-lapos, Hagymás-lapos, Csattag und Bogo-lapos) als dringend notwendige Aufgabe. Durch die Entstehung des Nationalparks gelangte auch dieses Gebiet dazu, und eine der ersten Maßnahmen bestand seinerzeit darin, Fekete-rét, das tiefste Becken des Sumpfsystems, mit einem Zuflusskanal zu versehen. Das Überschwemmungswasser kommt aus dem sog. West-Hauptkanal, der letzendlich von der Theiß herrührt. Vor einigen Jahren wurde dann ein Abflusskanal angelegt, so dass der Wasserspiegel regulierbar wurde. Etwa zehn Jahre später konnte dann auch der Sumpf Kis-Jusztus an diesen Kanal "angeschlossen" werden, welcher sich in Richtung Süden über den Feldbach Sáros-ér in Richtung auf die Sümpfe von Kunkápolnás hinzieht. Eine auch für den Naturschutz zufriedenstellende Lösung bot erst die 1996 in Angriff genommene großangelegte Investititon, im Rahmen derer auch die Wasserzufuhr für die übrigen Sümpfe gesichert werden konnte. Das nunmehr einheitliche System ermöglicht es, durch das Auf und Ab des Wasserspiegels und das vorübergehende Trockenlegen einzelner Sümpfe, den Wasserlauf der Theiß, wie er wohl vor der Regulierung gewesen sein mag, nachzuempfinden.

Bald schon hatten die Vögel ihre alten-neuen Lebensräume wieder bevölkert, und die Sümpfe wurden zu einem wahren Vogelparadies. Im Sinne des Abkommens von Ramsar genießt das Sumpfsystem seit 1976 internationalen Schutz. Innerhalb kurzer Zeit konnten die rehabilitierten Sümpfe ihren zentralen Platz im Verlauf der Migrationen in Frühjahr und Herbst wieder einnehmen. Die Tatsache, dass im Mosaik aus Sümpfen und Steppen immer wieder bewirtschaftete Ackerflächen, somit also Futterquellen für die Vögel, anzutreffen sind, macht dieses Gebiet für die im Herbst zu Tausenden hier durchziehenden Wildgänse und Kraniche besonders attraktiv. Die Lichtungen mit offenen Gewässern und die Schilfränder sind von allen vier in Ungarn nistenden Taucherarten in Besitz genommen. Die in kleineren Kolonien brütenden Weißbartseeschwalben und Trauerseeschwalben suchen häufig auch auf den Äckern nach Insekten. Zur Nistzeit ist aus allen Sümpfen der typische Ruf der große Rohrdommel zu hören. Das Schilfdickicht von Fekete-rét bietet den Silberreiherkolonien ein Zuhause; hier lassen sich dann auch stets einige Pupurreiherpaare nieder. Häufig ist hier auch die Rohrweihe zu beobachten. Nach diesen günstigen Veränderungen der Lebensräume hat sich die Hortobágy zu einem Zielgebiet für fachlich spezialisierten sowie Ökotourismus entwickelt.

Die durch Informationstafeln ausgeschilderten Stationen des Lehrpfades von Egyek-Pusztakócs:

  • Ausgangspunkt ist das sog. Nyugati-Fogadóház (West-Gasthof) wo kann man sogar übernachten Von hier aus beginnt der Lehrpfad (Feldweg!) entlang der sog. ehemaligen Salzzstraße.
  • Vorbei an den einzelnen Auschilderungen gelangt man auf einen Deich, von wo aus man einen Einblick in das Schilfdickicht hat. Die nächste Station ist durch eine Informationstafel ausgeschildert. Von hier aus führt ein Holzsteg etwa 1 km in dem Sumpf von Fekete-rét. Am Ende befindet sich ein Aussichtsturm, der dem aufmerksamen Beobachter einen Einblick in die unberührte Natur gewährt.
  • Die dritte Station ist ein Einödhof, die sog. Górés tanya. Hier macht eine weitere Informationstafel bei den Filagorienhügeln mit der Geschichte der Kurganen- und Hunnengräber bekannt. Am Kanalufer können die verschiedenen Volieren der Repatriierungsstation des Nationalparks Hortobágy besichtigt werden.
  • An der nächsten Station steht am Verlauf der einstigen Salzstraße die Pusztaschenke "Meggyes", die heute als Museum und Rastplatz dient.
  • Die fünfte und gleichzeitig letzte, auch per Auto erreichbare Station ist der Sumpf von Kis-Jusztus, ein Beobachtungspunkt der reichen Vogelwelt.