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"Tisza-tó" - Theiss-See

Zu erreichen: auf der Landstrasse 33 über die Orte Tiszafüred und Poroszló (von Budapest aus über die Autobahn M 3)

Mit der Eintrittskarte bekommt man zusätzlich eine detailreiche Broschüre (mit Kartenausschnitten) mit vielen allgemeinen und auch spezielleren Informationen zu Vogelbeobachtungsplätzen und der Zonenregelung bzw. Bootshafen, wo man noch detailliertere Informationen bekommen kann.

Bevor der Theiss-See angelegt wurde, war es der Fluss-Abschnitt zwischen den Ortschaften Tiszabábolna und Kisköre, der der in ihrer Vielfalt beispiellosen Gemeinschaft der Feuchtbiotope des Theiss-Tales Obhut gewährte. Auf dem hier sich stark ausbreitenden Überschwemmungsgebiet blieben die von Pappelwäldern gesäumten toten Arme der Theiss erhalten (wie die toten Arme von Hordódi, Nagy, Szartos, Csapói, Óhalászi und Füredi), deren Tiefe stellenweise mehr als vier Meter betrug. Die für das Landschaftsbild so charakteristischen Feuchtwiesen, deren trockene Varianten in der Nähe von Poroszló auch als Viehweide genutzt wurden, sind nach der Auffüllung des Stausees völlig verschwunden, und nur kleine Fläche bewahren die Refugien der früher weit ausgedehnten Feuchtwiesen der Tiefebene und der ehemaligen Überschwemmungsgebiete. Als Überrest der früheren Wälder gibt es nur einen einzigen Eschen-Ulmen-Eichen Wald, den sog. Tiszádi-Wald. Nachdem der Staussee angelegt war, hat sich die Vielfältigkeit des Biotops zwar vermindert, gleichzeitig aber wurde durch die Umwandlungen die uralte, vom Naturschutz aus betrachtet hervorragende Lebewelt der ungarischen Tiefebene wieder ins Leben gerufen.

Das nördlich von der das Gebiet durchquerenden Landstrasse 33 gelegene Valki-Becken trägt den Namen Vogelreservat von Tiszafüred (Tiszafüredi Madárrezervátum) und steht als solches schon seit dem Jahre 1973 unter Natuschutz. Seit 1979 wurde es durch das Abkommen von Ramsar zu einem Vogelbiotop von internationaler Beudeutung erklärt. 1993 erhielt es den Status eines Nationalparkes. Drei Jahre später wurde der wertvollste Teil des Stausees zwischen der Theiss, der sog. Kleinen Theiss und dem sog. Balázs-Kap (ein Teil des Beckens von Poroszló und Sarudi) unter Naturschutz gestellt und von 1996 an im Rahmen des Abkommens von Ramsar auch als international wertvoller Vogelbiotop deklariert. Kraft dieser Erweiterungen schützen die Rechtsnormen fast zwei Drittel des Staussees, insgesamt 7080 ha.

In den gegenüber Störung besonders anfälligen Gebieten, darf man sich nur zu Forschungs- und Überwachungszwecken und auch dann nur mit einer Sondergenehmigung aufhalten. Ausserhalb dieser Zone haben wir vor, in naher Zukunft Lehrpfade mit Informationstafeln und Hochsitze zu errichten, mit deren Hilfe die Besucher einen Einblick in die Wasserwelt gewinnen können..

Das natürliche Landschaftsbild hat von der Schaffung des Stausees an bis heute einen enormen Wandel durchgemacht, als Folge dessen einander jetzt Sumpfwiesen, Rohrkolben und Schilfe, mit riesigen offenen Wasserflächen und mit Seegräsern an seichten Stellen abwechseln. Nun ist es an den toten Flussarmen mit ihren Teppichen aus weißen Seerosen und gelben Seekannen, die Stimmung der früheren wildromantischen Wasserwelt zu behüten. Hier nisten Haubentaucher, Rothalstaucher und Schwarzhalstaucher sowie Trauerseeschwalben und Weissbartseeschwalben. Auf den grossen Blättern der Seegräser spazieren Teichhühner. Die sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitende Seekanne bedeckt schon mehrere Hektar Wasserfläche, hauptsächlich an den dem Wellengang weniger ausgesetzten Stellen und in den Winkeln des Schilfes. Die europaweit seltener gewordene Wassernuss, die auch im sog. Rotbuch erwähnt wird, herrscht hier auf immer größeren Teilen des Wasserspiegels vor. Die dichten, zusammenhängenden Pflanzenteppiche sind jedoch nur eintönig und dünn besiedelt. Am Rande der Schilfe und Rohrkolbendickichte blühen vereinzelt die doldige Schwanenblume und die Wasser-Schwertlilie. In den grösseren zusammenhängenden Röhrichten bilden sich Reiherkolonien mit Purpurreihern, Seiden- und Silberreihern sowie Löffler- und Rallenreihern heraus, und im Schilfrand siedelt auch die Zwergrohrdommel. In der seichten Rohrkolbenvegetation brüten auch Moorenten. Die geschützten Werte der Weiden-Pappel-Wälder sind der Schwarzstorch, der Schwarzmilan, der Würgfalke, und der relativ oft vorkommende Baumfalke. Das Landschaftstsbild des Theiss-Sees wird darüber hinaus auch weitgehend durch ausgetrocknete Baumgruppen oder alleinstehende Bäume geprägt, auf denen sich Kormorane, Seeadler und Fischadler gern zum Trocknen niederlassen. Auf den Bäumen nisten neben den Kormoranen, Fischreihern und Nachtreihern auch Flußseeschwalben. Während der Migrationszeit im Frühling und im Herbst halten sich in dem Theiss-See Hunderttausende von Wildgänsen und Enten auf. Ihre Anzahl ist nach der Auffüllung des Stausees enorm angewachsen. Von den Deichen aus können die Vögel gut beobachtet werden.

Die früher für den Fluss charakteristische Fischartengemeinschaft hat sich gewandelt. Heute dominieren die für stehende Gewässer typischen Fischarten. Der Fischbestand des Theiss-Sees ist wirklich reich, der See bietet zahlreichen Arten in vielfältiger Weise geeignete Lebensräume. Unter den heute bekannten Fischarten kann man auch mehrere geschützte Arten finden. Als faunistische Sensation des Gebietes galt die Ansiedlung von Bibern. In den Wäldern entlang des höher liegenden Ufers der Theiss kommt neben Rehen und Wildschweinen auch die Wildkatze häufig vor. Der streng geschützte Fischotter lebt versteckt, aber seine Spuren verraten ihn.

Die Einzigartigkeit des Theiss-Sees rührt daher, dass dank seiner glücklichen Hydrographie die Badegäste und die Wassersportanhänger in der südlichen Region des Sees bzw. die Angler und die sich für die Flora und Fauna interessierenden Ökotouristen in der nördlichen Region zur gleichen Zeit ungestört voneinander Platz finden. Neben dem Wassertourismus entwickelten sich in den letzten Jahren der Land-, bzw. der Reit- und Radfahrtourismus recht dynamisch.